Synthesis-Studie untersuchte Karriereverlauf von 53.200 Schulungsteilnehmer/-innen vor und nach der Maßnahmenteilnahme
Um die Wirkung der Schulungsmaßnahmen zu untersuchen, hat das Arbeitsmarktservice (AMS) die Synthesis Forschung beauftragt, den Karriereverlauf von 23.040 Frauen und 30.190 Männern, die 2009 an einer Schulung teilgenommen haben, vor und nach der Maßnahmenteilnahme zu recherchieren. Das Ergebnis: Alle Schulungsteilnehmer/innen konnten ihre Position am Arbeitsmarkt - im Vergleich zu Jobsuchenden ohne Schulung – deutlich ver-bessern. So gelang es Frauen, die an einer Schulung teilgenommen haben, ihr Jahresbeschäf-tigungseinkommen von 2008 auf 2010 um 1.174 auf 7.117* € und ihre Beschäftigungsdauer um 27 auf 212 Tage zu erhöhen, während Frauen ohne Schulung einen Einkommensrückgang von 1.427 auf 4.529 € sowie einen Beschäftigungsrückgang von 31 auf 153 Tage hinnehmen mussten. Bei Männern konnte die Schulung den durch die Wirtschaftskrise verursachten Karriereeinbruch zwar nicht verhindern, jedoch deutlich mildern. Während Männer ohne Schulung einen Einkommensrückgang von 3.705 auf 7.734 € (Beschäftigungsrückgang um 56 auf 184 Tage) aufwiesen, fiel bei Schulungsteilnehmern der Rückgang von 1.398 auf 10.063 € (Beschäftigungsrückgang von 23 auf 215 Tage) deutlich geringer aus. Schulungsteilnehmer/in-nen mit Migrationshintergrund konnten ihr Einkommen um 341 auf 7.132 € verbessern (Beschäf-tigungsdauer um 3 auf 186 Tage), während jene ohne Schulung einen Einkommensrückgang von 1.611 auf 5.209 € sowie einen Beschäftigungsrückgang von 37 auf 146 Tage hinnehmen mussten. "Die Studie zeigt: Die AMS-Schulungen wirken sich eindeutig positiv auf den Karriereverlauf Jobsuchender aus, vor allem Frauen profitieren besonders von den Maßnahmen", erklärte der Vorstand des AMS, Herbert Buchinger und Johannes Kopf.
Für AMS-Schulungen 2012 gilt: "Mehr Qualität, weniger Quantität"
Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stehen dem AMS 2012 rund 980 Mio. Euro für Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Rund zwei Drittel des Budgets werden in Qualifizierungsmaßnahmen für Jobsuchende investiert. Die Zahl der Schulungen geht im Jahresschnitt 2011 bereits um 3.000 Personen zurück und wird 2012 weiter sinken. "Dafür wird es im nächsten Jahr mehr höherwertige Maßnahmen geben, also mehr Qualität, weniger Quantität", so Buchinger und Kopf.
Neu: Qualifizierungsprogramm "New skills" gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelt
Gemeinsam mit Personalchefs bzw. Personalentwicklern großer Unternehmen hat das AMS den aktuellen und künftigen Qualifikationsbedarf der Wirtschaft in den größten Branchen definiert und neue Curricula für Qualifizierungsangebote entwickelt. Die von der Wirtschaft nachge-fragten Qualifikationen werden Jobsuchenden im Qualifizierungsprogramm "New Skills" angeboten. In punktgenauen Qualifizierungsmaßnahmen erhalten 2012 rund 9.000 Jobsuchende die Möglichkeit, das am Arbeitsmarkt nachgefragte Know How in zehn verschiedenen Berufs-bereichen – wie Elektrotechnik, Kunststoff, Metall, Tourismus, Pflege, Umwelttechnik, Handel, Büro, Bau und IT – erwerben zu können. Die "New skills"-Schulungen bieten eine kompakte Nachqualifizierung für Jobsuchende, die über eine Berufsausbildung verfügen, aber veraltetes Wissen haben.
Implacementstiftungen: Arbeitsplatznahe Qualifizierung gegen den Fachkräftemangel
Über Implacementstiftungen können Jobsuchende für die speziellen Anforderungen eines Arbeitsplatzes in einem oder in mehreren Unternehmen einer Region mit Fachkräftemangel geschult werden. 2011 wurden bereits 7.700 Jobsuchende im Rahmen einer Implacementstiftung für einen speziellen Arbeitsplatz in einem Unternehmen qualifiziert. So konnten beispielsweise in Oberösterreich bereits 27 ehemals Jobsuchende als Photovoltaiktechniker für einen Hersteller von Photovoltaikanlangen ausgebildet werden. Im Rahmen einer Implacemtstiftung werden derzeit auch Jobsuchende zu Altenbetreuer/innen für Altersheime ausgebildet und erhalten nach Ende der zweijährigen Ausbildung dort ihren Arbeitsplatz.
Facharbeiterintensivausbildung: Hilfsarbeiter werden zu nachgefragten Fachkräften
Im Rahmen einer Facharbeiterintensivausbildung haben jobsuchende Hilfsarbeiter die Möglichkeit, in komprimierter Zeit eine komplette Lehrausbildung zu machen. Derzeit absolvieren rund 4.700 Arbeitslose (2.300 Frauen und 2.400 Männer) mit maximal Pflichtschul-abschluss eine vom AMS finanzierte Facharbeiterintensivausbildung. Zur Auswahl stehen die wichtigsten Lehrberufe, die Teilnehmer/innen müssen ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen, bevor sie mit der Qualifizierung beginnen können. Die Absolvent/inn/en sind am Arbeitsmarkt nachgefragt. So erhalten beispielsweise 70 bis 80 Prozent der Absolvent/inn/en des BAZ Wien bereits innerhalb von drei Monaten nach Ende der Ausbildung einen Arbeitsplatz.
* Jahresbeschäftigungseinkommen jeweils im Gesamtschnitt, darin enthalten Vollzeit- und Teilzeit
Preis ging an ein Projekt aus Vorarlberg
Wien (OTS/BMASK) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat im Wiener Ringturm den "ESF Innovationsaward 2011" vergeben. Ausgezeichnet wurden innovative Beschäftigungs- und Bildungsprojekte für Jugendliche, die aus nationalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) ermöglicht werden. Mehr als 30 ESF-Jugendprojekte aus ganz Österreich haben an der Ausschreibung teilgenommen. Eine unabhängige Jury wählte die besten fünf aus und diese stellten sich im November einem Online-Publikumsvoting. Rund 10.000 Votes wurden abgegeben.
ESF Innovationsaward 2011 geht an ein Projekt aus Vorarlberg
Das Online-Publikumsvoting wählte Job ahoi & albatros aus Vorarlberg zum Siegerprojekt. Job ahoi & albatros ist ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für Jugendliche in Dornbirn. Hier erhalten junge Menschen, die längere Zeit nicht erwerbstätig waren, Lehre oder Schule abgebrochen haben, eine Beschäftigung in der Boots- und Designwerkstatt. Der zweite Platz ging an m.o.v.e on, ein Projekt zur Berufsorientierung und Ausbildungsberatung für Jugendliche der 8. Schulstufe sowie der Polytechnischen Schulen in Wien. Den dritten Platz belegte heidenspass plus, ein Arbeitsprojekt für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Das Vorarlberger Siegerprojekt erhielt nicht nur die begehrte ESF-Innovationstrophäe - gestaltet von gabarage upcycling design -, sondern auch einen Scheck über 3.500 Euro. Das zweit- und drittgereihte Projekt wird jeweils mit 1.000 bzw. 500 Euro ausgezeichnet.
Mehr Förderung für Jugendliche
Die weltweite Konjunkturabschwächung macht sich aktuell auch am österreichischen Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im November wieder stärker angestiegen (+5,3 Prozent). Fast die Hälfte der arbeitslosen Jugendlichen hat maximal eine Pflichtschule als höchste abgeschlossene Ausbildung. Es sei daher wichtig, in diesem Bereich weiterhin zielgerichtet vorzugehen. "Deshalb starten wir im kommenden Jahr das Jugendcoaching, wodurch den Jugendlichen eine bessere Orientierung und Unterstützung geboten werden soll, welchen beruflichen oder schulischen Weg sie nach der Pflichtschule einschlagen können", so Hundstorfer. Gerade beim Übergang von Schule
in den Beruf wollen und müssen wir junge Menschen aktiv unterstützen", so der Sozialminister. Hier leisten die innovativen Beschäftigungs- und Bildungsprojekte für Jugendliche - kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) - eine hervorragende Arbeit", so Minister Hundstorfer. Außerdem werde er sich für eine europäische Ausbildungs- und Beschäftigungsgarantie für Jugendliche nach österreichischem Vorbild beim Rat für Beschäftigung und Soziales in Brüssel einsetzen.
ESF-Innovationsaward 2011: Die fünf bestgereihten Projekte
Projekt: Bazar der Utopien Für SchülerInnen der 8. und 9,. Schulstufe Bazar der Utopien ging der Frage nach, "Welche Wünsche und Ängste haben Schüler/innen für ihre Zukunft?". Die mehr als 340 beteiligten SchülerInnen produzierten einen Film, initiierten ein verstecktes Theater, bauten einen Holzkubus, in dem ihre Wünsche, Träume und Ängste zu hören waren, bauten eine Mediasäule, an der man alle Interviews mit den Jugendlichen ansehen konnte. Der Event "Bazar der Utopien" fand im Mai 2011 in einem großen Einkaufszentrum statt. Dort machten sie Besucher/innen und einkaufende Erwachsene auf ihre Zukunftsvorstellungen aufmerksam. Projektträger: Beschäftigungspakt Obersteiermark West Fördergeber: ESF, BMASK, AMS, Land Steiermark, STEBEP Laufzeit: März 2010 bis Mai 2011.
Projekt: heidenspass plus
Arbeitsprojekt für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen heidenspass arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich in der Jugendarbeit. Die Jugend-lichen kommen freiwillig, bezahlt wird jede Arbeitsstunde sofort, Fehlzeiten bleiben sanktionslos, aber unbezahlt. Das Arbeitsangebot ist attraktiv: Produkte aus Recyclingmaterial werden hergestellt und erfolgreich verkauft. Jugendliche können nach dem Einstieg in das Projekt heidenspass plus wechseln. Dort müssen sie verbindlich erscheinen, ein Teilzeitbeschäftigungsverhältnis eingehen und mit der Sozialarbeiterin ihre berufliche Perspektive entwickeln. Die Jugendlichen werden in verschiedene Geschäftsbereiche eingebunden,
wie Verkauf, Büro und Marketing. heidenspass plus wurde auch sehr gut von muslimischen Migrantinnen angenommen. Projektträger: Verein Fensterplatz - Initiative für Arbeitsuchende Fördergeber: ESF, Land Steiermark
Laufzeit: Jänner 2008 bis Dezember 2009
Projekt: Job Ahoi & Albatros
Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für Jugendliche Job Ahoi erreicht Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren. Die Zielgruppe sind junge Menschen, die längere Zeit nicht erwerbstätig waren und die Lehre oder Schule abgebrochen haben. Die Aufnahme ist für die Jugendlichen kostenlos und jederzeit möglich. Abbrüche und Wiederzulassungen werden akzeptiert. Die Jugendlichen renovieren in der Bootswerkstatt alte Holzboote unter Anleitung gelernter Bootsbauer. In der Designwerkstatt setzen sie Entwürfe von Designerinnen und Designern um. Die Auszahlung der geleisteten Arbeit erfolgt bei Job Ahoi wöchentlich. Das System basiert auf dem Motto: Sofort arbeiten - sofort Geld verdienen.
Projektträger: Offene Jugendarbeit Dornbirn
Fördergeber: ESF, BMWFJ, Interreg IV, Land Vorarlberg, Stadt Dornbirn, AMS, Hit Stiftung Laufzeit: seit November 2008
Projekt m.o.v.e. on, Wien
Berufsorientierung und Ausbildungsberatung für Jugendliche der 8. Schulstufe sowie der Polytechnischen Schulen Das Angebot umfasst Einzelberatung, Workshops in Kleingruppen, Exkursionen und Elternberatung. Für jede Schule sind zwei Beraterinnen zuständig und vor Ort tätig. Die Beratung findet während der Unterrichtszeit statt. Die Beratung in der Schule ermöglicht einen niederschwelligen Zugang, und für die SchülerInnen einen unbürokratischen, zeitsparenden Zugang zur Bildungs- und Berufsberatung. Insbesondere Jugendliche, die wenig Eigeninitiative ergreifen, können dadurch besser erreicht werden. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wird das im Projekt erworbene Know How den Schulen zugänglich gemacht. Das ganzheitliche Konzept ermöglicht eine gute Zusammenarbeit zwischen SchülerInnen, Eltern, Lehrkräften, BeraterInnen und externen Einrichtungen. Projektträger: Projekt Integrationshaus gem. GmbH Fördergeber: ESF, BMASK, WAFFLaufzeit: September 2010 bis Dezember 2011
Projekt: ProViel. Kompetenznetzwerk: Lehre
Interkulturelles Kompetenzentwicklungsprogramm für Unternehmen, die Lehrlinge mit Migrationshintergrund ausbilden.Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für die Förderung interkultureller Kompetenz in Unternehmen, die verstärkt Lehrlinge mit Migrationshintergrund ausbilden (werden). Die Maßnahmen setzen parallel bei Ausbildnerinnen und Ausbildnern, zugewanderten sowie ansässigen Lehrlingen an. Das Modell des Peer-Lernens ethnisch
gemischter Zweierteams schafft ein konstruktives Miteinander.Innovative Übungen, wie z.B. Sumo-Ringen, fördern interkulturelle Kompetenz. Alle Tandems je Unternehmen arbeiten gemeinsam an einem Projekt, das Fachkompetenz mit interkulturellen Fähigkeiten verbindet. Ziel ist, das neue interkulturelle Miteinander für die Gesamtbelegschaft sichtbar zu machen. Projektträger: VFQ Gesellschaft für Frauen und Qualifikation mbH, Linz & FAB Reno, Wels Fördergeber: ESF, Land OÖ Laufzeit: Jänner 2010 bis Dezember 2011
Über den Europäischen Sozialfonds (ESF)
Der Europäische Sozialfonds ist ein wichtiges Förderinstrument der EU, das den Mitgliedstaaten dabei hilft, Armut zu bekämpfen und soziale Eingliederung zu fördern. Für die Umsetzung des ESF in Österreich ist das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz(BMASK) federführend verantwortlich. Mehr über den ESF in Österreich und seine Projekte erfahren Sie auf der Website: www.esf.at.
Um die Leistungsfähigkeit der AMS online Services auf www.ams.at für Sie zu verbessern, werden von Freitag, 02.12.2011, von 18:00 Uhr bis Montag, 05.12.2011, 7:00 Uhr Wartungsarbeiten durchgeführt. In dieser Zeit sind daher die eServices, eAMS Konto, eJob-Room und die Weiterbildungs-Datenbank nicht verfügbar. Wir danken für Ihr Verständnis.